Gedanken

Twixter

256rajnNachdem ich mich letztens mit jemandem über Bezeichnungen für bestimmte Altergruppen unterhalten habe und nach „Tween“ und „Teen“ benennungstechnisch auf meine Grenzen gestoßen bin, habe ich ein wenig nachgeforscht. Natürlich könnte man alle Menschen um die 20 unter „Twen“ zusammenfassen, aber es gibt tatsächlich einen Begriff für junge Menschen, die frisch ihre Ausbildung beendet haben und noch nicht so richtig wissen, wohin mit sich. Diese Bevölkerungsgruppe nennt sich „Twixter“, vom veralteten englischen Begriff „betwixt“ (heute sagt man: between) abgeleitet. Es handelt sich dabei also um junge Menschen, die genau zwischen der „Jugend“ (dem Zustand, in dem sie gesellschaftlich in der Regel noch keine Verantwortung tragen müssen) und dem „Erwachsensein“ stecken und damit mehr oder weniger hadern.

Das Ganze ist ein Phänomen, das erst in der sogenannten Generation Y (oder den „Millenials“) aufgetaucht ist, also der Generation, die irgendwann zwischen den 1970ern und den frühen 2000er-Jahren in Industriestaaten geboren wurde. Das hat viel mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umschichtungen zu tun, etwa damit, dass heutzutage im Schnitt wesentlich später geheiratet wird und man als Absolvent nicht mehr die Sicherheit hat, nach der Ausbildung direkt in einen Job zu geraten, in dem man die nächsten 40 Jahre verbringt. Aus Gründen wie diesen entsteht dann eine gewisse Lücke, wobei „Phase“ vielleicht das bessere Wort ist. Wer sich für das Thema interessiert, dem sei dieser „Time“-Artikel ans Herz gelegt: Grow Up? Not so Fast.

Wenn ich mich so in meinem Umfeld umsehe, finde ich tatsächlich eine ganze Menge Twixter. Um genau zu sein: Ich kenne tatsächlich keine einzige Person in meinem Alter, die nach dieser Definition nahtlos den Übergang von der Jugend zum Erwachsenentum genommen hätte (man beachte, dass es hierbei nicht um Faktoren wie geistige Entwicklung oder das Alter in Zahlen geht). Die wenigsten Personen in meinem Alter haben schon eine Familie gegründet, einen festen Job und stehen mit beiden Beinen im Leben – etwas, was vor wenigen Jahrzehnten selbstverständlich, wenn nicht sogar absolut unabdinglich war. Die Voraussetzungen zu diesen Sicherheiten fehlen meiner Generation einerseits, andererseits kann man es vielleicht in einigen Bereichen als eine Art Freiheit sehen, die andere Generationen schlicht nicht hatten. Ich als Frau zum Beispiel bin nicht mehr gezwungen, mit 20 zu heiraten und Kinder zu kriegen, weil ich ansonsten nicht versorgt würde.
Insofern bin ich noch nicht ganz schlüssig, ob bei dieser Entwicklung die positiven oder negativen Aspekte überwiegen – vermutlich muss man es einfach so als Tatsache hinnehmen.

… eigentlich wollte ich über was ganz anderes schreiben, aber vielleicht lasse ich das jetzt erstmal so stehen. |D;;

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1 Comment

  • Missi 22. August 2013 at 8:04

    Vor allem Leute, die ein Studium absolviert haben, haben es meist erstmal schwer, Arbeit zu finden. Ausnahmen bilden hier dann oft die Leute mit Ausbildung, zumindest beobachte ich das in meinem Freundeskreis — ich will natürlich nichts pauschalisieren 😉

    Das Ganze ist halt eben einfach nicht so einfach, leider *gnah*

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